Weshalb Datenvisualisierung?

Unser Informationszeitalter fühlt sich immer öfter wie eine Ära der Informationsflut an. Die Menge an Informationen, die permanent gesammelt werden, ist überwältigend. Rohdaten werden jedoch nur dann nützlich, wenn geeignete Methoden angewendet werden, um daraus Erkenntnisse abzuleiten.

Wir Menschen sind visuelle Wesen. Während es selbst dem geübten Auge schwerfällt, Zusammenhänge aus verschiedenen Zahlenreihen zu erkennen, schafft es sogar ein Kleinkind, Balkendiagramme zu interpretieren und durch dessen visuelle Darstellung von Zahlen eine Bedeutung zu erkennen. Es liegt auf der Hand, dass die Datenvisualisierung ein mächtiges Werkzeug zur Auswertung, Anwendung und Kommunikation von Daten ist.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist Visualisierung ein Prozess der Abbildung von Informationen, gesteuert von Regeln, die Daten interpretieren und ihre Werte als visuelle Eigenschaften darstellen. Mit Hilfe von grafischer Darstellung werden Zusammenhänge, Muster, Abhängigkeiten und Trends von Daten greifbar. Die Analyse wird vereinfacht und somit steigt auch die Gebrauchstauglichkeit der Daten.

Warum fällt es uns leichter, grafisch visualisierte Daten zu konsumieren als Rohdaten?

Hier kommt die Gestalttheorie zum Tragen: Mithilfe psychologischer Begriffe beschreibt sie die Fähigkeit des Menschen, visuelle Elemente nach Gruppen einzuordnen. Somit können Formen durch Farben und weitere visuelle Merkmale leichter erkannt werden. Eine Gestalt wird als klar erkennbare Ganzheit definiert, erscheint in sich geschlossen und organisiert sich während des Wahrnehmungsvorgangs spontan. (Mehr zu den Gestaltgesetzen erfahren Sie im zweiten Teil des 3. Kapitels des Peakboard Manifests.)

Wichtige Daten werden für den Betrachter leichter erkennbar, wenn sie ergonomisch, mit klar identifizierbaren Farben hervorgehoben werden. Denn unser Gehirn erfasst 80 Prozent der Informationen über Bilder. Dies sollte beim Gestalten eines Dashboards niemals außer Acht gelassen werden – denken Sie stets an den Nutzer! Nur wenn er die visualisierten Informationen leicht erfassen kann, wird er ein Dashboard als hilfreich erachten. Ansonsten birgt es ihm nur weitere Arbeit auf, anstatt ihn zu entlasten.

Was hat dies alles mit Werkerführung zu tun?

Hiermit komme ich nun auch zum eigentlichen Mittelpunkt meines Artikels: Dem Nutzer, in diesem Fall dem Werker. Im Zusammenhang mit einem Arbeiter in der Produktion – auf dem Shopfloor – fällt immer häufiger der Begriff der Werkerführung. Doch was verbirgt sich dahinter und in wie fern kann man ein Dashboard zur Werkerführung einsetzen?

Die Werkerführung, auch WS genannt, vereint Teilbereiche des Informationsmanagements und des Wissensmanagements. Deren Aufgabe ist es, Informationen zur richtigen Zeit in der richtigen Form an den richtigen Mitarbeiter zu kommunizieren und dabei die Entwicklung von individuellem zu kollektivem Wissen voranzutreiben. In der Praxis sieht das Ganze so aus, dass dem Werker bei seiner Arbeit auf dem Shopfloor ein Display zur Verfügung steht, über das er Informationen bezüglich seiner Arbeitsschritte erhält und gegebenenfalls auch interagieren kann. So kann zum Beispiel im produzierenden Gewerbe der Werker bei der manuellen Zusammensetzung eines Werkstückes (über ein Bild) darauf hingewiesen werden, welches Teil (zusätzlich über die Typenbezeichnung und ein weiteres Bild) er an welcher Stelle platzieren muss. Hat er diesen Schritt durchgeführt, kann er über einen Touchscreen oder ein anderes Peripheriegerät den Vorgang bestätigen und bekommt im Anschluss die Anweisung für den nächsten Arbeitsschritt. Somit kann auch bei immer wieder neu aufkommenden, komplexen Arbeitsvorgängen maximale Sicherheit und Richtigkeit der ausgeführten Arbeit gewährleistet werden. Durch die Möglichkeit, die Fehlerquote zu senken, kann die Effizienz des Arbeitsvorganges gesteigert werden.

Peakboards Interaktivität bietet dem Nutzer die Möglichkeit, über einen Touchscreen direkt mit der Visualisierung zu interagieren. Neben einer selbstbestimmten Arbeitsweiße hat dies für den Werker außerdem den Vorteil, dass er seinen Arbeitsfortschritt ohne einen Medienbruch direkt ins System übertragen kann. Dies spart Zeit und senkt die Fehleranfälligkeit enorm, bei einer gleichzeitig geringeren Ablenkung für den Nutzer.

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