In diesem Beitrag wollen wir uns ein klassisches Peakboard-Beispiel aus dem Lager anschauen. Es sieht auf den ersten Blick sehr einfach aus, hat aber großen Einfluss auf den Prozessablauf.

Innerhalb des Lagers gibt es vier Lagerbereiche – gegliedert je nach Beschaffenheit und Größe der Ware. Es ist schwer im Tagesverlauf oder gar im Voraus abzuschätzen, wie die Lagerbereiche ausgelastet sind. Das erfordert Improvisationstalent bei der Personalverteilung. In der Vergangenheit entstand so schnell ein Ungleichgewicht zwischen den Lagerbereichen, welches dazu geführt hat, dass der eine Bereich bereits während der Schicht alle offenen Kommissioniervorgänge abgeschlossen hatte während ein anderer Bereich zum geplanten Feierabend immer noch mit offenen Positionen in der Queue beschäftigt war. Trotz unvorhersehbarer Schwankungen wäre ein Gegensteuern früher möglich gewesen, als es oft tatsächlich stattgefunden hat. Die nötige Visualisierung war ganz einfach und mutet fast schon primitiv an: Für jeden Lagerbereich werden die (bis zum Feierabend) fälligen und die davon bereits erledigten Positionen in einem einfachen Fortschrittsbalken und als Zahl gegenübergestellt. Für jeden im Lager ist die Sache nun klar. Das Ziel ist es, jeden Tag den grünen Anteil der vier Fortschrittsbalken möglichst gleichzeitig rechts anschlagen zu lassen. Jede unerwartete Auftragswelle zeigt sich sofort und für jeden verständlich in ungleichen Balken. Die Auswirkungen sind an vielen Stellen zu sehen. Die Schichtleiter werden durch mehr Eigenverantwortung entlastet und am Ende wird sogar der Teamgeist fast schon spielerisch genutzt, um die Abläufe im Lager zu verbessern und eine Selbstregulierung aufzubauen.

Rein technisch basiert die Abfrage auf einer Query des SAP-Systems. Allerdings keine BW-Query, sondern eine Query direkt aus dem ERP (Transaktion SQ01). Queries können, wie in diesem Fall, eine gute Option sein, weil sie ohne Programmierung erstellt werden können. Die eigentliche Logik (z. B. welcher Transportauftrag heute fällig ist) lässt sich so sehr gut in eine Query-Variante packen, die sogar von der Fachabteilung gepflegt wird. Die Logik für die Visualisierung passiert direkt auf der Peakboard-Box. Sie holt sich die Daten direkt aus der Query und das Kumulieren der Zahlen (nach Lagerbereich) wird über ein Lua-Script abgewickelt. Kein Zwischenspeichern, kein Zeitversatz und problemlos inhaltlich und optisch anpassbar, wenn die Prozessoptimierung Logikänderungen erfordert.

Sie finden dieses Beispiel auch in unserem Github-Respository. In dem Beispiel dort findet der Zugriff nicht auf SAP, sondern auf unseren Testdatenprovider statt. Somit ist das Beispiel direkt verwendbar und kann für eigene Projekte oder zum Lernen genutzt werden.

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