Kapitel 1: Begriffserklärung und Ziele

Kapitel 2: Beschaffung von Informationen und Kennzahlen

Kapitel 3: Gestaltung des Dashboards – Welche Rolle spielt Design?

Kapitel 4: Überprüfen des Dashboards – Iteratives Verbessern

Da wir bereits gelernt haben, welche Inhalte das Dashboard kommunizieren soll, geht es in diesem Kapitel darum, zu entscheiden, wie das Dashboard aussehen und funktionieren wird.

Als ein Medium der Kommunikation ist ein Dashboard auch immer ein Designprodukt. Möchten wir Informationen so gestalten, dass sie effektiv und effizient verarbeitet werden können – wie es bei einem guten Dashboard der Fall ist – müssen gewisse Gestaltungsregeln beachtet werden.

Dashboards scheitern größtenteils an zwei Faktoren:

  • Fehlende, falsche oder unnötige Informationen (was wir in Kapitel 2 geklärt haben)
  • Schlechte Gestaltung (was wir in diesem Kapitel klären werden)

Mit dem Einhalten bestimmter Richtlinien lässt sich gutes Design sehr wirksam umsetzen. Beachten Sie dazu die folgenden vier Schritte:

1. Grundlegende Design-Entscheidungen
2. Struktur
3. Gestaltprinzipien (im nächsten Blogbeitrag)
4. Negativbeispiele – aus Fehlern lernen (im nächsten Blogbeitrag)

3.1 Grundlegende Design-Entscheidungen

Zum ersten Schritt beim Gestalten eines Dashboards gehört es, grundlegende Design-Entscheidungen zu treffen. Sie gewährleisten ein ansprechendes und gebrauchstaugliches Design und unterstützen den Nutzer dabei, Informationen leichter aufzunehmen. Hierzu gehört das Organisieren des Screens, die Wahl der Farben und die Typografie.

Organisieren des Screens

Wenn es darum geht, wo sie die einzelnen Charts, Fortschrittsbalken oder Zustandsanzeigen platzieren und wie viel Information Sie innerhalb eines Screens kommunizieren möchten, sollten sie nichts dem Zufall überlassen. Die Platzierung der Elemente hat große Auswirkungen darauf, wie später die Lesbarkeit des Dashboards ausfallen wird.

Nutzen Sie die Sehgewohnheiten der Nutzer

Platzieren Sie die wichtigsten Informationen dort, wo Nutzer zuerst hinsehen. Aus Eye-Tracking-Studien haben sich Muster ergeben, an denen Sie sich orientieren können: Nutzer suchen zuerst nach Informationen im oberen Bereich und auf der linken Seite. Dort wandern sie von oben nach unten. Das Zentrum des Screens findet ebenfalls Beachtung. Die rechten, unteren Bereiche sind eher außerhalb des Sichtfeldes.

Gestaltungsraster

Was beim Layouten von Magazin- oder Webseiten stets Anwendung findet, um Inhaltselemente nach einem System anzuordnen, kann auch für ein Dashboard angewendet werden: das Gestaltungsraster. Es besteht aus mehreren Spalten und Spaltenabständen, und dem jeweiligen Rand, der um die Spalten läuft. Zusätzlich oder anstelle der Spalten können auch Kacheln verwendet werden. Das Resultat ist ein sauberes, korrekt gegliedertes Layout. Beachten Sie auch die vordefinierten Raster im Template Dialog. Diese können als gerade am Anfang hilfreich sein.

Weißraum

Ausreichend freie Fläche, auch Weißraum genannt, ist ein wichtiger Bestandteil jedes konstruktiven Layouts. Es ist notwendig, um Elemente voneinander zu unterscheiden, schafft Übersichtlichkeit und lässt dem Design „Luft zum Atmen“. Mit Farbigkeit hat das Ganze nichts zu tun, es beschreibt lediglich den Raum der zwischen den einzelnen Elementen freigehalten wird, um eine Hierarchie zu erzeugen und Prioritäten zu setzen. Schenken Sie sowohl dem Makro- (dem Raum zwischen den Hauptelementen) als auch dem Mikro-Weißraum (dem Raum zwischen einzelnen Bestanteilen eines Elements) Beachtung.

Wahl der Farben

Wählen Sie Ihre Farben bedacht. Sie sollten für Ordnung sorgen und eine Bedeutung schaffen. Erkennen Sie den Wert und die Aussage von Farben und verwenden Sie sie zurückhaltend. Meine persönliche Herangehensweise ist, dass ich zunächst mit verschiedenen Grautönen beginne und dann dort, wo es erforderlich ist, Farbe als Werkzeug der Hervorhebung oder Kennzeichnung einsetze oder um Information zu vermitteln.

Farben können Aufmerksamkeit erzeugen oder Elemente miteinander verbinden. Sie können warnen oder, wenn sie Dashboard übergreifend eingesetzt werden, eine Grundstimmung schaffen. Sie können zwischen drei Farbtypen unterscheiden:

  • kategorisch: wenn Elemente gruppiert werden
  • sequentiell: wenn Elemente nach einer Reihenfolge geordnet werden
  • divergent: wenn es einen kritischen Mittelpunkt gibt

Typografie

Um Schriften eine Gestalt zu verleihen und sie voneinander abzuheben, um zum Beispiel eine Hierarchie zu erzeugen, werden sie auf typografischer Ebene angepasst. Dies betrifft die Schriftart, die Schriftgröße und den Schriftschnitt.

Schriftarten (auch Fonts genannt) werden in zwei verschiedene Klassen aufgeteilt: Serifenlose Schriften, auch als Sans-Serif bezeichnet, und Serifenschriften. Serifen sind jene Elemente, die den Buchstaben an seinem Ende quer zu seiner Grundrichtung abschließen. Wählen Sie jene Schriftart, die zu Ihrem Unternehmen passt. Gegebenenfalls hat Ihr Unternehmen ein Corporate Design, nach dem Sie das Dashboard gestalten können. Denken Sie auch daran, dass Sie eigene Fonts im Peakboard-Designer als Source hinzufügen können, sofern diese im TTF-Format sind.

Mit diesem Hintergrundwissen können Sie die Textelemente Ihres Dashboards in vier Bereiche aufteilen, die es zu gestalten gilt:

  • Der Inhalt macht den Hauptteil der Informationen aus und sollte stets optimal lesbar sein.
  • Überschriften beschreiben die Elemente.
  • Anmerkungen bieten zusätzliche Informationen und sollten eher in den Hintergrund treten.
  • Hervorhebungen sollen den Blick des Nutzers auf sich ziehen.

3.2 Struktur

Wie bereits erwähnt, ist eine effiziente Möglichkeit, Dinge zu sortieren und sie in eine Struktur zu bringen, das klassische Gestaltungsraster. Es ordnet Elemente und richtet sie sauber zueinander aus. Die einzelnen Controls und Elemente mittels eines Rasters in eine ordentliche Form zu bringen ist aber nicht alles, was es zu tun gilt. Denn diese starre Struktur verrät uns nichts darüber wie sich einzelne Elemente zueinander beziehen, in welcher Reihenfolge sie gelesen werden sollen und welche unterschiedliche Relevanz sie haben.

Geben wir unserem Dashboard die richtige Struktur, so verschaffen wir ihm gleichzeitig auch die Möglichkeit, ein Problem oder Prozess mit der richtigen Sichtweise zu betrachten. Die Entscheidung wie Sie Informationen präsentieren hat als Resultat, wie Ihre Nutzer das große Ganze betrachten und wie Zusammenhänge ersichtlich werden. Eine gute Struktur kann dem Nutzer als Navigationshilfe dienen. Sie zeigt, in welcher Reihenfolge das Dashboard am schnellsten erfasst werden kann.

Hier möchte ich Ihnen drei Optionen vorstellen, nach denen sich Dashboards ordnen lassen: Leserichtung, Beziehungen und Gruppierungen.

Leserichtung

Lenken Sie den Blick des Nutzers, indem Sie ihm Hinweise geben, in welcher Reihenfolge die einzelnen Controls gelesen werden. So vermeiden Sie, dass Zusammenhänge nicht ersichtlich werden und der Überblick verloren geht. Dies kann zum Beispiel von oben nach unten (trichterförmig) oder von links nach rechts sein. Muten Sie dem Nutzer niemals zu, mit den Augen hin und her oder quer über den Bildschirm zu springen. Dies wird Orientierungslosigkeit verursachen.

Beziehungen

Die Struktur eines Dashboards kann auch die Beziehungen zwischen einzelnen Elementen oder Kennzahlen hervorheben. Diese Beziehungen mögen mathematischer, organisatorischer oder funktionaler Natur sein. Möchten Sie eine Zugehörigkeit herausarbeiten, können Sie dies zum Beispiel über das Verbinden mit Linien erreichen oder indem Sie zwischen einzelne Elemente Pfeile (oder andere Elemente Ihrer Wahl) setzen, die eine Verbindung deutlich machen.

Gruppierungen

Die letzte der drei Optionen beschreibt das Gruppieren zugehöriger Elemente in Kategorien oder Hierarchien. Das Zusammenführen ähnlicher Dinge kann Logik und Zugänglichkeit in ein ansonsten unstrukturiertes Dashboard bringen. Lesen sie dazu auch die Anmerkungen im zweiten Teil des Kapitels (Gestaltprinzipien) zu dem Prinzip der Ähnlichkeit, der Nähe und der Verbundenheit.

Dies war der erste Teil des dritten Kapitels des Peakboard-Manifests. Im zweiten Teil widmen wir uns den Gestaltprinzipien. Diese werden Ihnen helfen, die visuelle Wahrnehmung des Nutzers zu verstehen und zu lernen, grundlegende Design-Entscheidungen bewusst zu treffen. Dadurch wird es ihnen leichtfallen, aus ungeordneten Informationen ein übersichtliches Dashboard zu designen, das dem Nutzer einen Mehrwert bei seiner täglichen Arbeit bietet.

Viel Spaß und viel Erfolg beim Dashboarding!

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