Success Story: GIESSER schärftKlingenfertigung mit Prozessdatenvisualisierung

Der Kunde

Als einer der weltweit führenden Hersteller von Qualitätsmessern und -zubehör für professionelle Anwender fertigt die Johannes Giesser Messerfabrik GmbH an ihrem Firmensitz im baden-württembergischen Winnenden täglich mehr als 8.000 Profimesser. Rund 2.500 geschmiedete oder gestanzte Messer für die Gastronomie und die lebensmittelverarbeitende Industrie gehören zum Produktspektrum des Traditionsunternehmens. Bereits seit 1776 werden bei Giesser Messer und Schneidwaren handwerklich hergestellt.
Heute setzt der Hersteller von Handmessern neben handwerklichem Können auch auf computergestütztes Arbeiten, um mit der Marktentwicklung Schritt zu halten. Der jüngste IT-Coup der Messerfabrik: Die Echtzeitvisualisierung von Produktionsprozessen und -daten auf Monitoren in der Produktionshalle und in den Büros – damit alle Mitarbeiter jederzeit mit einem Blick erfassen können, ob in der Fertigung alles glatt läuft oder wo der letzte Schliff noch fehlt.

Herausforderung

„Jede Woche gehen bei uns rund 20 Fertigungsaufträge ein. Aus diesen resultieren Bedarfe von Unterartikeln, die dann an verschiedenen Stationen gefertigt werden. Herzstück bildet die Klingenfertigung, die in acht verschiedenen Arbeitsschritten erfolgt. Bisher haben wir die Auftragsverwaltung über ausgedruckte Steckkarten abgebildet, die sich die Mitarbeiter der verschiedenen Gruppen entsprechend des Arbeitsgangs holen mussten“, erläutert Björn Mutschler, Leiter der Abteilung Spritzguss der Johannes Giesser Messerfabrik GmbH. „Allerdings hat diese papiergestützte Variante ihre Tücken: Papierausdrucke sind nicht nur teuer, sondern vor allem beinhalten sie starre Informationen, die nur zum Zeitpunkt des Ausdrucks den Tatsachen entsprechen. Wenn ein Auftrag kurzfristig eine höhere Priorisierung bekommt oder sich die benötigte Menge verändert hat, musste man jedes Mal schauen, dass man schnellstmöglich die kursierenden Zettel einfängt, neu ausdruckt und neu steckt. Da sind Fehler bei Lieferterminen oder Produktionsmengen quasi vorprogrammiert. Das wollten wir mit der digitalen Visualisierung der Aufträge ändern.“
Da das eingesetzte ERP-System CimMETAL keine Visualisierungsfunktion bot respektive Daten nur mit hohem Aufwand sichtbar gemacht werden konnten, sollte eine spezifische IT-Lösung für die gewünschte Transparenz sorgen.

Die Lösung

Entschieden hat sich Giesser für Peakboard. Die installationsfreie All-in-One-Lösung bietet alle notwendigen Hard- und Softwarebestandteile für die Aggregation von Daten aus verschiedensten Quellsystemen sowie deren Visualisierung in Echtzeit – verpackt in einer Smartphone-kleinen Aluminiumbox. Die Geschäftsleitung war anfangs skeptisch. „Man sieht ja erst einmal nur einen Rechner im Miniaturformat und fragt sich, warum man dafür Geld ausgeben soll, wo es doch kleine Einzelplatinencomputer an jeder Ecke für unter hundert Euro gibt“, erinnert sich Mutschler. „Als der kleine Rechner im Rahmen der kostenlosen Teststellung von Peakboard zeigen konnte, was in ihm steckt, kam sofort das Okay.“

Lösung im Überblick

Herausforderung

Visualisierung von Produktionsdaten aus CimMETAL (ERP-Software für die metallverarbeitende Industrie) auf Monitore in der Fertigungshalle und in Büros.

Lösung

Anbindung des ERP-Systems CimMETAL per dezidierter Schnittstelle an Peakbord, Bereitstellung von fünf verschiedenen Peakboards auf vier Monitoren in der Fertigungshalle sowie einem Monitor im Meisterbüro.

Vorteile

  • Transparentere Auftragsverwaltung
  • Visibilität der Aufträge und Fertigungsfortschritte für alle Mitarbeiter in Büros und in der Produktionshalle
  • Jederzeit mögliche Abbildung des Istzustands durch Echtzeitdatenzugriff
  • Keine Mengen- und Terminabweichungen durch direkte Visualisierung von Termin- und/oder Mengenveränderungen
  • Höhere Motivation der Mitarbeiter durch Transparenz über die eigene Arbeitsleistung

Time to Value

14 Tage für die Entwicklung der Schnittstelle, Anbindung der Datenquelle inklusive Schnittstellenentwicklung sowie die Bereitstellung eines ersten Boards.

Kontakt

Standort Winnenden

Johannes Giesser Messerfabrik GmbH
Johannes-Giesser-Straße 1
71364 Winnenden

Telefon: +49 (0) 7195 1808-0
Telefax: +49 (0) 7195 64466
E-Mail: info@giesser.de
Website: www.giesser.de

Einsatzbereich und Nutzen

„Als Erstes haben wir für das Meisterbüro eine Gesamtübersicht über unsere Fertigungssaufträge mit sämtlichen Arbeitsschritten in einem Peakboard visualisiert“, führt Mutschler aus. „Der Grundgedanke war, dass wir darstellen wollten, was für welchen Arbeitsgang zurückgemeldet wurde: Für jeden Fertigungsschritt erfolgt bei uns eine Rückmeldung in das ERP-System. Wenn beispielsweise der Stanzvorgang abgeschlossen ist, dann meldet der Mitarbeiter an der Stanzmaschine über die gefertigte Menge zurück. Diese Menge ist dann der Ausgangspunkt für den nächsten Arbeitsgang bzw. richtet sich nach dieser Rückmeldung, ob bei einer Mindermenge komplettiert werden muss oder die Menge ausreicht. Hier hatten wir in der Vergangenheit immer wieder große Differenzen. Dadurch, dass sich die Zahl, die zurückgemeldet wurde, nur im ERP-System befunden hat, also quasi in einer Blackbox verschwunden ist, hatte der Mitarbeiter keinen Einblick, ob er seine Zahl korrekt eingegeben hat. Mit Peakboard hat er diese Transparenz nun und wir können sicher sein, dass die Zahlen stimmen.“
Inzwischen nutzen rund 60 Mitarbeiter in der Produktion sowie zwei Mitarbeiter im Meisterbüro insgesamt fünf verschiedene Peakboards. Die Versandabteilung informiert sich über ein Rückstandsboard, für welche Kalenderwochen welche Rückstände vorhanden sind. Per Klick stehen detaillierte Informationen bereit, welche Kundenaufträge betroffen sind. Das Peakboard in der Stanzerei beinhaltet Kennzahlen zu den Arbeitsschritten wie Stanzen und Härten. Ein weiteres Board hängt in der Schleiferei: Auf diesem sind alle Maschinen mit den jeweiligen Arbeitsaufträgen geführt. Ebenso verfügt die Poliererei über ein Board, über das die Aufträge pro Maschine visualisiert werden.
„Bei uns hat jedes Peakboard mehrere Funktionen“, ergänzt Mutschler. „Per Funktionstasten auf einer Tastatur können wir mehrere Screens aufrufen. Beispielsweise haben wir für das Meisterbüro die Schicht- und Urlaubspläne als PDF-Dokument auf dem Peakboard mit der Gesamtübersicht hinterlegt. Oder: Fällt eine Maschine aus, können die Mitarbeiter diese manuell auf Rot setzen, gleichzeitig wird eine E-Mail an den für die jeweilige Maschine zuständigen Mitarbeiter ausgelöst.“
Die Resonanz der Mitarbeiter war sehr positiv. Die Produktionsmitarbeiter haben es als Wertschätzung empfunden, mittels Peakboard in das Gesamtgeschehen eingebunden zu sein, statt mehr oder weniger isoliert von Informationen über den aktuellen Produktionsstand vor sich hin zu arbeiten. „Natürlich gibt es mit der neu gewonnenen Transparenz auch mehr Druck, weil man jetzt auch sieht, dass man zum Beispiel hinter seinen Sollwerten gebelieben ist“, sagt Mutschler. „Diesen Druck nehmen die Mitarbeiter aber überwiegend positiv wahr – als Anreiz, ihre Fertigungsziele zu erreichen und um zu sehen, wie gut sie arbeiten.“
Der wesentliche Nutzen des Einsatzes von Peakboard liegt in der neu gewonnenen Transparenz über sämtliche Arbeitsschritte in der Fertigung. Damit verbunden konnte die Produktionseffizienz durch schnellere und präzisere Prozesse verbessert werden. Durch den Wegfall der papiergebundenen Auftragsverwaltung und Schichtplanung hat sich außerdem der Papieraufwand deutlich reduziert.

Zukunft

Weitere Peakboards bzw. die Verfeinerungen bestehender Boards sind bereits in Planung. Aktuell arbeitet Giesser an der Umsetzung eines Managementboards, das die Visualisierung von betriebswirtschaftlichen Daten wie dem Cashflow abbildet, ohne hierfür erst Reports bei der Buchhaltung anfordern zu müssen. Zudem ist die Programmierung einer Funktionstaste an den Peakboards angedacht, um optional Begleitpapiere ausdrucken zu können, wenn dies unumgänglich ist – zum Beispiel technische Daten.